10. September 2010
Clinicum Medizin Medien Austria
BPSD ist eine ins Deutsche übernommene gängige Abkürzung des Englischen „Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia“. Kurz würde man diese im Deutschen am ehesten mit Verhaltensstörungen im Rahmen einer Demenz beschreiben.
Suizide und Suizidversuche stehen besonders häufig in engem Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen, allen voran depressiven Erkrankungen: Eine ungenügende Behandlung von Depressionen führt zu einer Verdreifachung des Suizidrisikos.
Die indirekte Messung der neuronalen Aktivität mittels [18F]-Deoxyglukose und [15O]-H2O Positronenemissions- tomographie (PET) wurde in den letzten Jahren zunehmend durch die nicht invasive funktionelle Magnetresonanz- tomographie (FMRT) verdrängt, die sich durch eine deutlich höhere zeitliche und räumliche Auflösung auszeichnet.
Die Vielgestaltigkeit bipolarer affektiver Störungen macht es notwendig, mit einem breiten Spektrum an Psychopharmaka zu arbeiten. Neben Lithium, das über viele Jahre als Standardpräparat der Maniebehandlung sowie der Phasenprophylaxe galt, kommen verschiedene Antiepileptika, Antidepressiva, Benzodiazepine und Antipsychotika zum Einsatz.
Seit Beginn der Schizophrenieforschung unter Kraepelin, Alzheimer und Nissl war man überzeugt, dass Patienten, die an Schizophrenie leiden, irgendeine strukturelle Veränderung des Gehirns aufweisen. Zu Beginn der 80er Jahre hat man Computertomographie (CT) benutzt, danach Magnet-Resonanztomographie (MRT), um diese Volumsveränderungen zu diagnostizieren.
Subtile kognitive Funktionsstörungen sind bei der Parkinson- Krankheit sehr häufig, und die meisten Patienten zeigen bei detaillierter neuropsychologischer Testung bereits in den frühesten Krankheitsstadien Einschränkungen in frontalexekutiven Funktionen.
In den letzten Jahren zeigte sich zunehmendes Interesse an Schlaf, Schlafforschung und Schlafmedizin. Wie lässt sich das so plötzlich zunehmende Interesse an einer Wissenschaft erklären, die auf Hans Berger, den Erfinder des Elektroenzephalogramms, zurückgeht, welches den Forschern die Möglichkeit eröffnete, Schlaf zu messen, ohne den Schlafenden zu wecken?
Sexualität gehört neben Trinken, Essen und Schlafen zu den elementarsten Grundbedürfnissen im menschlichen Leben und ist ein sehr komplexer Bereich. Daher beeinträchtigen Sexualstörungen wesentlich die Lebensqualität, auch wenn häufig darüber nicht gesprochen wird.
Die Gabe und die Wahl eines Psychopharmakons in der Schwangerschaft setzen einen komplex-dynamischen Entscheidungsprozess voraus. So gibt es Risiken teratogener Schäden, perinataler Syndrome (akute Toxizität, Absetzsymptome) und Störungen der Entwicklung und des Verhaltens (Herzfrequenzvariabilität, Schreckhaftigkeit, Zittern, REMSchlaf, motorische Über-/Unteraktivität) des Kindes (Knoflach-Reichard et al. 2002).
Neben der Behandlung psychisch kranker Menschen hat die klinische Psychiatrie auch den staatlichen Auftrag, Patienten, die im Rahmen ihrer psychischen Erkrankung sich selbst oder andere akut gefährden, sicher unterzubringen und diese Gefährdung abzuwenden. Psychiatrische Arbeit findet in einem Kontext von Aggression und Gewalt einzelner Menschen und einer der Versorgung innewohnenden institutionellen Gewalt statt.
Depressionen zählen laut WHO-Studien neben kardiovaskulären Krankheitsbildern zu den häufigsten Erkrankungen in der heutigen Gesellschaft. Daher kommt sowohl ihrer Pathogenese als auch ihrer Diagnostik und Therapie eine besondere Bedeutung zu. Der Grundstein für das Verständnis der Entstehung eines depressiven Zustandsbildes auf biochemischer Ebene wurde durch die Monoaminhypothese gelegt.
CliniCum psy 5/2005

7. Tagung der ÖGPB